Köln | Drachen rauben Jungfrauen und verwüsten das Land. Wer siegt besiegt, wird zum Helden, vielleicht sogar zum Heiligen. Sie sind geheimnisvolle Fabeltiere – und gerade deshalb bis heute faszinierend. Auch den Künstler Paul Spengemann haben sie in ihren Bann gezogen. In der artothek zeigt der Gewinner des „artcologne für New Positions 2017“ jetzt sein Video „Whoa, Hoo-ah Huh!“.

Es ist eine knapp zehn Minuten dauernde aufwändige Animation, kurz – aber mitreißend. Bestens geeignet für einen kurzen Zwischenstopp im hektischen Stadtgetriebe. Ein ebenso heiteres wie hintersinniges Spiel mit den Mythen, die sich um Drachen ranken, und mit der Angst, die sie verbreiten.

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Eingepasst in die Architektur des Ausstellungssaales, scheint sich der Drache aus dem Dunkel unter der Empore ins Licht zu schleichen. Vor einer leuchtenden Feuerwand erscheint er nur als dunkle Silhouette, die 4-Kanal-Sound herumstampft, schmatzt und brüllt. Auf durchscheinenden, zerlöcherten Flügeln kriecht die langschwänzige Mischung aus Flugechse und Fledermaus herum, fliegt durch die Lüfte, scheint den Betrachter anzugreifen, um im nächsten Moment abzudrehen und zu verschwinden. Wir wissen nicht, was dieser Drache schon alles Böses angerichtet hat – aber auch er entgeht seiner Strafe nicht.

Paul Spengemann: „Whoa, Hoo-ah Huh!“ – bis 2. Juni 2018, artothek, Haus Saaleck, Am Hof 50, 50667 Köln, Tel. 0221 / 221 22 332, Di-Fr 13-19 Uhr, Sa 13-16 Uhr, Eintritt frei

Autor: ehu
Foto: Paul Spengemann lässt in der artothek den Drachen los

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