Köln | In welchen Stadtteilen konnte die AfD besonders gute Ergebnisse erzielen? Report-K analysiert die Wahlergebnisse der Alternative für Deutschland bei der Europawahl 2019. In 22 von 86 Kölner Stadtteilen konnte die AfD mehr als 10 Prozent der Stimmen erringen. Die meisten Wähler erreichen die Rechtspopulisten in Chorweiler und Gremberghoven. Auffällig ist, dass die AfD in Hahnwald fast 9 Prozent erreicht. Auch die Stadt Köln gab eine Einschätzung ab.

Zwei Dinge fallen beim AfD-Ergebnis besonders auf. Es gibt Stadtteile bei denen die AfD überhaupt nicht punkten kann und die das Gesamtergebnis der Partei nach unten ziehen. Der zweite Punkt ist, dass es der Partei in absoluten Zahlen gelingt ihre Wählerbasis zu verbreitern, wenn man nicht nur die Ergebnisse der Europawahl, sondern auch die anderer Wahlen betrachtet, auch wenn hier unterschiedliche Wahlbeteiligungen zu Grunde liegen.

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Lag die Partei bei der Kommunalwahl 2014 wählten 14.195 Kölnerinnen und Kölner die Rechtspopulisten. Bei der NRW-Landtagswahl waren es schon 28.069 und das Maximum erreichte die AfD in der Bundestagswahl 2017 mit 40.019 Stimmen, die die Partei auf sich vereinen konnte. Trotz Parteispendenskandal der Bundespartei und der FPÖ-Affäre entschieden sich auch bei der Europawahl 2019 genau 29.371 Kölnerinnen und Kölner für die AfD.

In diesen Stadtteilen kann die AfD nicht punkten

Es sind die Stadtteile, wo die Grünen besonders stark sind. In der Neustadt Süd schafft die AfD noch nicht einmal 3 Prozent der Stimmen. In 10 Kölner Veedeln bleiben die Rechten unter 4 Prozent.

In diesen Stadtteilen schnitt die AfD besonders gut ab

Christer Cremer, der Kreisvorsitzende der AfD Köln, sagte gegenüber report-K, dass Köln für die AfD ein hartes Pflaster sei und meinte damit die massiven Gegenproteste etwa von Köln stellt sich quer oder Köln gegen Rechts, auch bei den Europawahlveranstaltungen der Partei in Köln-Kalk und der Kölner Innenstadt.

Dennoch gelingt es der AfD die Wähler am rechten und ultrakonservativen Rand zu mobilisieren und von anderen Parteien dazuzugewinnen. Die Stadt Köln analysierte, dass die Rechtspopulisten vor allem an den Rändern der Stadt und dort stark seien, wo viele Migranten wohnten.

Die Stadt Köln vergleicht die Europawahl 2014 und 2019

Die Statistiker der Stadt Köln nutzen ein mathematisches Modell mit dem die Ergebnisse der Wahlen verglichen und Wählerwanderungen beschrieben werden. Dabei handelt es sich nicht um eine Nachwahlbefragung. Die Statistiker sagen, dass die meisten Zuwächse der AfD aus der Gruppe der Nichtwähler stammten. Das waren 8.200 Wählerinnen und Wähler. 3.300 ehemalige AfD-Wähler wechselten zur FDP. Die Statistiker sprechen davon, dass die AfD dort am besten abschneidet wo die meisten Nichtwähler sind und bisher klassische SPD-Hochburgen waren. In diesen Gebieten sei der Migrationshintergrund hoch und es bestehe eine hohe Armutsgefährdung. Dort lebten viele Alleinerziehende, Familien und wenig Akademikerinnen.

Ein genauerer Blick zeigt, dass die AfD in den von der Stadt beschriebenen Stadtteilen sicher ihre Hochburgen haben, aber dass sie, bis auf die 10 Stadtteile in denen sie besonders schlecht abschnitten, zugewinnen konnten und sich trotz des Gegenwindes in Köln in Richtung der bundesweiten Ergebnisse bewegen. Allerdings saugt die AfD am rechten Rand viel auf, so dass andere rechte und teilweise rechtsextreme Parteien derzeit in Köln kaum Chancen haben dürften. Der rechtsextreme III. Weg erhielt 47 Stimmen, die Partei Die Rechte 112 und die NPD 370 Stimmen. Damit hat das rechtsextreme Spektrum in Köln aktuell in Köln mit 529 Wählerinnen und Wählern keine Basis. 2004 konnte die NPD bei der Europawahl noch 1.737 Wählerinnen und Wähler überzeugen. Mit den Republikanern trat eine weitere rechtspopulistische Partei 2004 an. NPD und Republikaner erreichten damals 2.222 Wählerinnen. Vor diesem Hintergrund ist festzustellen, dass Rechtspopulisten und ultrakonservative Parteien, zu denen die AfD zu rechnen ist, wesentlich mehr Kölnerinnen und Kölner mittlerweile von sich überzeugen.

Die AfD-Ergebnisse in allen Kölner Stadtteilen

Autor: Andi Goral

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