Kultur Kunst

Schokomuseum1_081116

Bedrohlich blickt "Gevatter Palmöl" auf die Besucher der neuen Ausstellung im Schokoladenmuseum

Neue Ausstellung im Schokoladenmuseum Köln fragt: „Wie wollen wir in Zukunft leben?“

Köln | Heute wurde die neue Ausstellung „Konsum – Verantwortung-Zukunft. Wie wollen wir in Zukunft leben?“ der Tropenwaldstiftung OroVerde im Schokoladenmuseum Köln eröffnet. Die ausgestellten Objekte entwickelten Studenten der Akademie Ecosign unter anderem gemeinsam mit Schülern aus Köln und Bonn. Die Schau zeigt, welche Auswirkungen unser Verhalten auf die Zukunft der Tropenwälder hat und was jeder Einzelne zum Schutz der Wälder beitragen kann.

Bedrohlich empfing „Gevatter Palmöl“ heute die ersten Besucher im Ausstellungsraum im Kölner Schokoladenmuseum. Der Sensenmann ist fast zwei Meter hoch und über und über mit Etiketten beklebt, die Palmöl enthalten. Dieses wird in Monokulturen in den Tropen angepflanzt. Weichen muss für die großflächigen Palmöl-Plantagen der Regenwald und damit die gesamte Fauna. „Mich hat vor allem überrascht, in wie vielen Produkten Palmöl ist – selbst in Shampoo“, sagte heute Dina (16) von der Gertrud-Bäumer Realschule in Bonn Bad-Godesberg. Zusammen mit ihren Mitschülern, der Künstlern Nina Rave und Studenten der ecosign bauten sie den Sensenmann. Dabei halfen die Schüler nicht nur bei der Realisierung des Objektes mit. Sie lernten auch viel über die Herstellung von Palmöl und ihr eigenes Konsum-Verhalten. Auf Shampoo verzichten wollen die Schüler nicht. „Aber wir essen deutlich weniger Süßigkeiten“, so Dina und ihre Mitschülerinnen heute.

Jeder 5. Baum landet im Papier und Zellstoff
Neben dem „Gevatter Palmöl“ von der Gertrud-Bäumer Realschule in Bonn Bad-Godesberg realisierten Schüler der Gesamntschule Bonns Fünfte einen digitalen Baum. Sie bildeten aus alten Computerteilen Fantasietiere, die auf einen Baum geklebt wurden und dessen Wurzeln bilden. Schüler der Lise-Meitner-Gesamtschule in Köln-Porz gestalteten eine „Weltkugel“ zum Thema Papier. In vielen Details zeigt die Kugel Szenen, die sich rund um den Globus ereignen – von der Rodung des Regenwaldes über die Produktion von Zellstoff bis hin zum Papier-Verbrauch in Deutschland. „Jeder fünfte Baum, der weltweit gefällt wird, landet im Papier- und Zellstoff“, erklärte heute Birthe Hesebeck von OroVerde. Würde man das gesamte Papier, das in einem Jahr in Deutschland verbraucht wird, stapeln, entstünde ein Turm bis weit über den Mond hinaus, so Hesebeck.

Ob Papier, Palmöl oder Handys und Schokolade. Was hier konsumiert wird, hat direkte Auswirkungen auf die Tropenwälder. Welche das sind und wie man auch in Deutschland zum Schutz der Wälder beitragen kann, will die Ausstellung „Konsum-Verantwortung-Zukunft. Wie wollen wir in Zukunft leben?“ aufzeigen. Realisiert wurde die Schau von der  Tropenwaldstiftung OroVerde. Neben den drei Kunstwerken der Schüler wurden dazu gemeinsam mit der Akademie Ecosign aus Köln thematische Bildtafeln zu den wichtigsten Fakten entwickelt. Zu sehen ist die Schau nun drei Monate im Schokoladenmuseum Köln. Begleitend zur Ausstellung bietet das Museum ein Rahmenprogramm an. Dazu gehören zwei Aktionstage am 12. November 2016 und am 21. Januar 2017 jeweils von 12 bis 17 Uhr. An den Tagen warten zusätzliche Informationen und Mitmachangebote auf die Besucher. Im Januar 2017 wird zudem eine Fortbildung für Lehrer zum Thema Nachhaltigkeit angeboten.

20.000 Euro für die Tropenwaldstiftung
Das Schokoladenmuseum unterstützt die Arbeit von OroVerde darüberhinaus auch finanziell. An einer Replik eines historischen, rund 120 Jahre alten Automaten können die Besucher des Museums Schokolade kaufen. 25 Cent jeder verkauften Tafel kommt direkt OroVerde zugute. In den vergangenen drei Jahren wurden so 20.000 Euro an Spendengeldern für die Tropenwaldstiftung eingesammelt. Das entspricht 80.000 verkauften Schoko-Tafeln. Heute überreichte Dr. Christian Unterberg-Imhoff, Geschäftsführer des Schokoladenmuseums, den Scheck an Dr. Volkhard Wille, Vorstand der Tropenwaldstiftung OroVerde. Auch weiterhin wird der Automat im Schokoladenmuseum Geld für die Stiftung sammeln.

Zurück zur Rubrik Kunst

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Kunst

Köln | Im Museum Ludwig und damit im Besitz der Stadt Köln befindet sich ein Aquarell von Egon Schiele mit dem Titel „Kauernder weiblicher Akt“. Dieses gibt die Stadt jetzt an die Erben von Dr. Heinrich Rieger, Wien, zurück. Der Rat der Stadt Köln beschloss dies in seiner Sitzung am 23. März.

berlin_stadtschloss_pixabay_19032021

Berlin | Die bekannte Kunsthistorikern Bénédicte Savoy warnt davor, die legendären Benin-Bronzen im wiederaufgebauten Berliner Stadtschloss auszustellen. "Eigentlich sollte das Schloss 2019 eröffnet werden, und damals wäre eine Präsentation gerade noch denkbar gewesen. Aber mit jedem Monat, mit jedem Tag sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Bronzen gezeigt werden können, ohne sich zu blamieren, zumal der Botschafter von Nigeria die Rückgabeforderungen seines Landes bekräftigt hat", sagte die in Berlin und Paris lehrende Professorin dem "Spiegel".

richter16-4-07_articleimage

Köln | Lange wurde darüber verhandelt, jetzt ist der Vertrag unterschriftsreif: Gerhard Richter gibt 100 Werke nach Berlin, wo sie in der Nationalgalerie, bzw. dem zukünftigen „Museum des 20. Jahrhunderts" zu sehen sein werden.

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

KOMMUNALWAHL 2020

wahlbox

Report-K berichtet intensiv über die Kommunalwahl am 13. September 2020. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Kommunalwahl, Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten. 2020 wählt Köln einen neuen Rat, 9 Bezirksvertretungen, den Integrationsrat und eine oder einen Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister. Hier finden Sie alle Infos zur Kommunalwahl 2020 in NRW >

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >