Kultur Kunst

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Bedrohlich blickt "Gevatter Palmöl" auf die Besucher der neuen Ausstellung im Schokoladenmuseum

Neue Ausstellung im Schokoladenmuseum Köln fragt: „Wie wollen wir in Zukunft leben?“

Köln | Heute wurde die neue Ausstellung „Konsum – Verantwortung-Zukunft. Wie wollen wir in Zukunft leben?“ der Tropenwaldstiftung OroVerde im Schokoladenmuseum Köln eröffnet. Die ausgestellten Objekte entwickelten Studenten der Akademie Ecosign unter anderem gemeinsam mit Schülern aus Köln und Bonn. Die Schau zeigt, welche Auswirkungen unser Verhalten auf die Zukunft der Tropenwälder hat und was jeder Einzelne zum Schutz der Wälder beitragen kann.

Bedrohlich empfing „Gevatter Palmöl“ heute die ersten Besucher im Ausstellungsraum im Kölner Schokoladenmuseum. Der Sensenmann ist fast zwei Meter hoch und über und über mit Etiketten beklebt, die Palmöl enthalten. Dieses wird in Monokulturen in den Tropen angepflanzt. Weichen muss für die großflächigen Palmöl-Plantagen der Regenwald und damit die gesamte Fauna. „Mich hat vor allem überrascht, in wie vielen Produkten Palmöl ist – selbst in Shampoo“, sagte heute Dina (16) von der Gertrud-Bäumer Realschule in Bonn Bad-Godesberg. Zusammen mit ihren Mitschülern, der Künstlern Nina Rave und Studenten der ecosign bauten sie den Sensenmann. Dabei halfen die Schüler nicht nur bei der Realisierung des Objektes mit. Sie lernten auch viel über die Herstellung von Palmöl und ihr eigenes Konsum-Verhalten. Auf Shampoo verzichten wollen die Schüler nicht. „Aber wir essen deutlich weniger Süßigkeiten“, so Dina und ihre Mitschülerinnen heute.

Jeder 5. Baum landet im Papier und Zellstoff
Neben dem „Gevatter Palmöl“ von der Gertrud-Bäumer Realschule in Bonn Bad-Godesberg realisierten Schüler der Gesamntschule Bonns Fünfte einen digitalen Baum. Sie bildeten aus alten Computerteilen Fantasietiere, die auf einen Baum geklebt wurden und dessen Wurzeln bilden. Schüler der Lise-Meitner-Gesamtschule in Köln-Porz gestalteten eine „Weltkugel“ zum Thema Papier. In vielen Details zeigt die Kugel Szenen, die sich rund um den Globus ereignen – von der Rodung des Regenwaldes über die Produktion von Zellstoff bis hin zum Papier-Verbrauch in Deutschland. „Jeder fünfte Baum, der weltweit gefällt wird, landet im Papier- und Zellstoff“, erklärte heute Birthe Hesebeck von OroVerde. Würde man das gesamte Papier, das in einem Jahr in Deutschland verbraucht wird, stapeln, entstünde ein Turm bis weit über den Mond hinaus, so Hesebeck.

Ob Papier, Palmöl oder Handys und Schokolade. Was hier konsumiert wird, hat direkte Auswirkungen auf die Tropenwälder. Welche das sind und wie man auch in Deutschland zum Schutz der Wälder beitragen kann, will die Ausstellung „Konsum-Verantwortung-Zukunft. Wie wollen wir in Zukunft leben?“ aufzeigen. Realisiert wurde die Schau von der  Tropenwaldstiftung OroVerde. Neben den drei Kunstwerken der Schüler wurden dazu gemeinsam mit der Akademie Ecosign aus Köln thematische Bildtafeln zu den wichtigsten Fakten entwickelt. Zu sehen ist die Schau nun drei Monate im Schokoladenmuseum Köln. Begleitend zur Ausstellung bietet das Museum ein Rahmenprogramm an. Dazu gehören zwei Aktionstage am 12. November 2016 und am 21. Januar 2017 jeweils von 12 bis 17 Uhr. An den Tagen warten zusätzliche Informationen und Mitmachangebote auf die Besucher. Im Januar 2017 wird zudem eine Fortbildung für Lehrer zum Thema Nachhaltigkeit angeboten.

20.000 Euro für die Tropenwaldstiftung
Das Schokoladenmuseum unterstützt die Arbeit von OroVerde darüberhinaus auch finanziell. An einer Replik eines historischen, rund 120 Jahre alten Automaten können die Besucher des Museums Schokolade kaufen. 25 Cent jeder verkauften Tafel kommt direkt OroVerde zugute. In den vergangenen drei Jahren wurden so 20.000 Euro an Spendengeldern für die Tropenwaldstiftung eingesammelt. Das entspricht 80.000 verkauften Schoko-Tafeln. Heute überreichte Dr. Christian Unterberg-Imhoff, Geschäftsführer des Schokoladenmuseums, den Scheck an Dr. Volkhard Wille, Vorstand der Tropenwaldstiftung OroVerde. Auch weiterhin wird der Automat im Schokoladenmuseum Geld für die Stiftung sammeln.

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