Wirtschaftsnachrichten Kölner Wirtschaft

09072018_AR_Stadtwerke_Kraus

Ein Novum in der jüngeren Geschichte des Stadtwerke-Konzerns. Mit Harald Kraus (links) wurde erstmals ein Vertreter der Arbeitnehmerseite Vorsitzender des Kontrollgremiums.

Stadtwerke Konzern: Neuer Aufsichtsratschef ist Harald Kraus

Köln | aktualisiert | Der neue Aufsichtsratschef des Stadtwerkekonzerns ist Harald Kraus, der nach dem Ausscheiden von Martin Börschel das Kontrollgremium leitete. Er erhielt eine qalifizierte Mehrheit von mindestens 14 Stimmen, nachdem sich die Anteilseignerseite nicht einigen konnte.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker kündigte für den frühen Nachmittag um 13:30 Uhr ein Statement ein, über das report-K berichten wird. Harald Kraus vertritt die Arbeitnehmerseite. Damit folgte der Aufsichtsrat der mit 20 Mitgliedern bei der Abstimmung voll besetzt war, nicht der Empfehlung des Kölner Rates, der Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit den Stimmen von FDP, CDU und Grünen, empfahl.

Kraus kündigte an, nach seiner Wahl mit allen Mitgliedern des Aufsichtsrates vertrauensvoll zusammenarbeiten zu wollen. "Wir müssen uns wieder den Sachthemen zuwenden und das Vertrauen wiederherstellen. Wir müssen wieder an den Leistungen gemessen werden und wegkommen von der internen Nabelschau", warb Kraus. Weitergehende Auskünfte gab Kraus nicht, mit Hinweis auf rechtliche Grenzen.

Der 52-Jährige gehört seit 37 Jahren der Gewerkschaft an (erst ÖTV, dann Verdi) und ist seit 2002 Mitglied im Aufsichtsrat der Kölner Verkehrsbetriebe AG. Seit 2017 ist Kraus zudem stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stadtwerke Köln GmbH. Auch wenn er Mitglied der SPD ist, sieht sich Kraus als Vertreter der Arbeitnehmerseite.

Auf der Sitzung selbst gab der Aufsichtsrat Grünes Licht für ein Gutachten, das über die strategische Aufstellung des Stadtwerke Konzerns befinden soll. Einen konkreten Zeitplan nannte Kraus nicht, die nächste Sitzung des Aufsichtsrates ist für September angesetzt. Davon abgesehen steht das Unternehmen und sein Kontrollgremium vor einer Riesenaufgabe. Neben der Vakanz, bedingt durch den Ruhestand von Ex-HGK-Vorstand Horst Leonhard, geht auch KVB-Chef Jürgen Fenske zum Ende dieses Jahres in den Ruhestand.  "Ab dem 1. Januar 2019 steht die Stadtwerke GmbH mit nur einem Geschäftsführer dar", bringt Kraus die Ausgangslage auf den Punkt.

Verdi begrüßt Votum des Stadtwerke-Aufsichtsrats

Der Bezirksgeschäftsführer des ver.di Bezirk Köln-Bonn-Leverkusen, Daniel Kolle erklärte nach der Wahl von Harald Kraus schriftlich: „Ich begrüße die Wahl von Harald Kraus als Vorsitzenden des Aufsichtsrats sehr. Es ist schade, dass die Seite der Anteilseigner, die Zeit für die Findung einer oder eines im breiten Konsens getragenen Aufsichtsratsvorsitzenden nicht nutzen konnte. Dies war und bleibt unser Ziel.“

Der FDP, CDU und den Grünen wirft Verdi vor, mit dem Ratsbeschluss und der damit verbundenen Empfehlung für Oberbürgermeisterin Henriette Reker für den Vorsitz des Aufsichtsrats einen massiven Konflikt erzeugt zu haben, der die Arbeitnehmervertreter in eine schwierige Situation und Rolle drängte. Die sehen sich als Spielball politischer Kräfte.

Harald Kraus schriftlich: „Unsere Botschaft ist: Politik, werdet euch einig. Wir möchten als Arbeitnehmervertreter nicht zum Spielball politischer Kräfte werden. Unter Abwägung aller Interessen, haben wir als Arbeitnehmervertretung Verantwortung übernommen. Ich habe mich deshalb für den Vorsitz zur Verfügung gestellt. Wichtig ist es, wieder Vertrauen untereinander herzustellen. Es gilt nun, sich mit ganzer Kraft den sachbezogenen Themen zuzuwenden“

Verdi sieht den Stadtwerke Konzern vor großen Herausforderungen etwa durch die Digitalisierung, die Suche nach neuen Konzepten für Mobilität in der Stadt oder die Energiewende in Köln. Für die Arbeitnehmervertreter ist eines klar: Dies ist kein Job den der oder die Vorsitzende des Aufsichtsrates nebenbei machen kann und Kompetenz erfordert.

Zurück zur Rubrik Kölner Wirtschaft

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Kölner Wirtschaft

8_Pille-in-Hand_ruma_PR_08072020

Kölner Unternehmen Ruma entwickelt weltweit erste Medizin-App mit Blockchain-Technologie

Köln | Schwierige Zeiten wie die Corona-Krise mit ihrem Shutdown bringen ganz neue Herausforderung mit sich. Das gilt zum Beispiel für die Arztbesuche vor Ort – die während einer Pandemie bei den Patienten Bedenken wegen des Infektionsrisikos hervorrufen. Davon sind auch die 79.700 Patienten in Deutschland betroffen, die als Suchtkranke im Rahmen ihrer Substitutionstherapie ein Ersatzmittel wie Methadon erhalten.

Köln | Die Kölnmesse sagt ihre Messen bis einschließlich Oktober ab.

eismacher_step_07072020

Die Brüder Casamassa produzieren in ihrer Eismanufaktur handgemachtes Speiseeis

Köln | Wenn man Ralf Casamassa fragt, was wirklich gutes Speiseeis ausmacht, kommt die Antwort schnell: „Handwerklich gut gemachtes Speiseeis ist kein Hexenwerk. Neben guten Zutaten sind Leidenschaft und Geduld die wichtigsten Eigenschaften, die ein Eismacher mitbringen muss. Dazu kommt ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Man muss auch bei großen Produktionsmengen immer die gleich hohe Qualität beibehalten. Das ist eine Herausforderung.“ Dieser Herausforderung stellt sich der Kölner mit italienischen Wurzeln gemeinsam mit seinem Bruder Wolfgang in der eigenen Eismanufaktur „Casa Vecchio“, die im Juni an den Start gegangen ist.

KOMMUNALWAHL 2020

wahlbox

Report-K berichtet intensiv über die Kommunalwahl am 13. September 2020. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Kommunalwahl, Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten. 2020 wählt Köln einen neuen Rat, 9 Bezirksvertretungen, den Integrationsrat und eine oder einen Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister. Hier finden Sie alle Infos zur Kommunalwahl 2020 in NRW >

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >