Köln | Auf dem Gelände des Chempark in Leverkusen hat sich heute Nachmittag ein schwerer Chemieunfall ereignet, bei dem zwei Menschen, einer davon schwer verletzt wurden. Phosphortrichlorid ist ausgetreten. Die Betreiber des Chemparks sagen, dass die Gefahrenlage nur auf dem Betriebsgelände bestand.

Die Echa – die European Chemicals Agency – stuft den Stoff Phosphortrichlorid als Seveso Substance in den Seveso Categories H2, 01, 03 ein. Die Seveso-III-Richtlinie 2012/18/EU zur Beherrschung der Gefahren bei schweren Unfällen mit gefährlichen Stoffen regelt die Verhütung schwerer Industrieunfälle mit gefährlichen Stoffen und die Begrenzung der Folgen solcher Unfälle für die menschliche Gesundheit und die Umwelt. Nach der Seveso-III-Richtlinie unterliegen Betriebe, in denen industrielle Prozesse mit gefährlichen Stoffen durchgeführt werden, der Meldepflicht gegenüber den zuständigen nationalen Behörden des Mitgliedstaates.

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Ein Stoff der nicht ungefährlich ist und vor allem bei Temperaturen ab 20 Grad bereits die Luft toxisch kontaminieren kann. Seine Gase sind allerdings schwerer als Luft. Bei einer Reaktion mit Alkohol, Basen, Phenol und Wasser erfolgt eine heftige Reaktion. Dabei besteht immer akute Brand- und Explosionsgefahr.

Phosphortrichlorid wird zur Herstellung von Insektiziden oder etwa Pharmazeutika benötigt.

Autor: red
Foto: Der Chempark in Leverkusen in einer Nacht-Archivaufnahme aus dem Jahr 2012

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