Köln | Heidrun Abel, Bezirksvorsitzende des Verdi Bezirks Köln hat gerechnet und kommt auf 14.000 Jahre Gewerkschaftsleben, die die Jubilare zusammen bekommen, die seit 25, 40, 60 oder sogar 65 Jahren dazugehören. Darunter auch Heinz Soénius, 2007 mit dem Hans-Böckler-Preis der Stadt Köln geehrt und profiliertes CDA-Mitglied.

Die Zahlen sind beeindruckend, alleine 1.690 Mitglieder für 25 Jahre, 881 für 40 Jahre, 170 für 50 Jahre, 73 für 60 Jahre und 37 für 65 Jahre wurden geehrt. Natürlich sind nicht alle gekommen, aber über 400 Verdi-Aktive haben den Weg in das Theater am Tanzbrunnen gefunden. Heidrun Abel gab eine kurze historische Einordnung in die Jahre, in denen die Geehrten in die Gewerkschaften eintraten. 1947/48 etwa kurz nach Nazidiktatur und Krieg, als es ums blanke Überleben ging, waren sie von Anfang an bei der Neugründung mit dabei und kämpften etwa um die Vergesellschaftung der Schlüsselindustrien und gründeten die Büchergilde.

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Am 1. Mai 1952 trugen die Gewerkschaften die Forderung nach der 40 Stunden Woche vor, da traten die heute 60 Jahre feiernden Jubilare in die Gewerkschaften ein. Das Mutterschutzgesetz kam in den Jahren 1952/53. In den Sechzigern, genauer 1962/63 setzten die Gewerkschaften den Mindesturlaub von 15 Tagen und das Sozialhilfegesetz durch. Der DGB verabschiedete sein erstes Grundsatzprogramm. In den 70er Jahren, genauer 1972/73, hatte der DGB über sieben Millionen Mitglieder , das Betriebsverfassungsgesetz wurde verabschiedet. Die jüngsten Mitglieder mit 25 Jahren sind 1987 eingetreten, in dem Jahr in dem Helmut Kohl und Schwarz-Gelb die Bundestagswahl gewonnen hatten. Abel nennt dies kein gutes Jahr und wünscht sich für 2014 dass bei der Kommunal- und Europawahl weder Rassisten noch Nationalisten in die Parlamente einziehen.

Christa Nottebaum, die selbst vierzig Jahre mit dabei ist, spricht von einer inneren Haltung, die die langjährigen Mitglieder durch ihre Zugehörigkeit zur Gewerkschaft ausdrücken. Etwas über 40.000 Mitglieder hat Verdi im Kölner Bezirk derzeit und die Zahlen steigen wieder, so Nottebaum. Bei den Neueintritten seien wieder vermehrt junge Menschen, die sich in der Ausbildung befänden. Nottebaum glaubt, dass dies an Themen wie prekäre Beschäftigung oder Mindestlohn läge.

Dr. Wolfgang Uellenberg-van Dawen, sieben Jahre lang Vorsitzender der DGB Region Köln und heute in Berlin aktiv, hielt eine flammende Rede für ein soziales, demokratisches und einiges Europa. Er gehe davon aus, dass die Koalitionsverhandlungen in Berlin dem Mindestlohn von 8,50 Euro bringen werden, was in Köln mit viel Applaus bedacht wurde. Die Jubilare nannte Uellenberg van Dawen die Redlichen und die Gutmeinenden, die für Mitbestimmung und soziale Gerechtigkeit kämpften.

Autor: Andi Goral
Foto: Die Jubilare mit mindestens 40, 60 und 65 Jahren Gewerkschaftszugehörigkeit aus den Jahren 2012/2013

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